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Baustellenbesuch: Thomas Schmidt, Staatsminister für Regionalentwicklung, wird von Stadtwerke-Geschäftsführer Karsten Rogall (links) im Energie-Kubus auf der HKW-Baustelle empfangen.

Auf der Baustelle des HKW Leipzig Süd – dem zentralen Projekt für Leipzigs Zukunftskonzept Fernwärme – geht es im wahrsten Sinne des Wortes aufwärts: Nach Abschluss der Fundament-Arbeiten wachsen nun mithilfe von Spezialkränen das Kraftwerksgebäude und der Wärmespeicher in die Höhe. Zwei Leipziger Bundestagsabgeordnete überzeugten sich jetzt vor Ort vom Fortschritt bei einem Baustellenbesuch. “Das Projekt finde ich sehr ambitioniert und zukunftsträchtig”, sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Jens Lehmann. “Ich unterstütze das sehr gern.” Sören Pellmann, Bundestagsabgeordneter der Linken, betonte, ein solches Wasserstoff-Projekt hänge “natürlich auch an Fördermitteln” und benötige dafür auch Bekanntheit in Berlin. “Dafür wollen wir unseren Anteil leisten.” Denn das HKW Leipzig Süd sei ein “Projekt mit langer Zukunft.”

Wenige Tage zuvor hatte Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung, einen Baustellenbesuch unternommen. “Die Leipziger Stadtwerke treiben den Einstieg in den Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung und Fernwärmegewinnung in Sachsen wesentlich voran”, sagte Schmidt. “Um Deutschlands anspruchsvolle klimapolitische Ziele im Freistaat Sachsen verlässlich umzusetzen, brauchen wir Technologieoffenheit und neues vernetztes Denken. Das HKW Leipzig Süd wird ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Gestaltung des Strukturwandels in der Leipziger Region sein.”

Auch Burkhard Jung, Leipziger Oberbürgermeister, war schon auf Baustellenbesuch und betonte die Zukunftsfähigkeit der Anlage. “Sie besitzt nicht nur schon von Beginn an einen überaus hohen Wirkungsgrad, sondern wird perspektivisch auch mit grünem Wasserstoff, also komplett CO2-neutral, betrieben werden können”, betonte Jung.

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Der runde Wärmespeicher wächst derzeit Schritt für Schritt nach oben.

Die Region biete hervorragende Bedingungen, um das Zukunftsthema Wasserstoff voranzutreiben, damit die Herausforderungen des Strukturwandels zu meistern und nachhaltige Wirtschaftskraft vor Ort langfristig zu stärken, so Jung weiter. Es gebe entlang der kompletten Wertschöpfungskette gute Möglichkeiten, zukünftig die Potenziale von grünem Wasserstoff zu heben. Ein Netzwerk für grünen Wasserstoff stehe bereits bereit – von der Forschung (Fraunhofer IMW und IMWS) über die Austauschplattform (HYPOS e.V.) und Produktion (Linde und EDL) bis zu Transport und  Speicherung (VNG AG mit ihrer Tochter Ontras Gastransport GmbH) und Anwendung (DHL Group, BMW Group Werk Leipzig, Leipziger Verkehrsbetriebe, Leipziger Stadtwerke, Stadtreinigung Leipzig, Stadtwerke Halle Gruppe, Flughafen Leipzig-Halle).

Für Zukunftsthema Wasserstoff ist Unterstützung durch EU, Bund und Land nötig

“Das Signal, dass von der aktuellen Leipziger HKW-Baustelle ausgeht, ist: Wir übernehmen aktiv Verantwortung für den Strukturwandel und halten ein hohes Tempo”, sagte Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. “Sämtliche Experten sprechen Wasserstoff in den Sektoren Transport/Logistik, Industrie, Energie und Mobilität hervorragende Qualitäten zu. In der Tat wollen und können wir als Leipziger Gruppe in den Sektoren Mobilität und Energie, also mit den Verkehrsbetrieben und Stadtwerken, wichtige Beiträge liefern – mit nachhaltiger Fernwärme und zukunftsfähigen Mobilitätslösungen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Wir benötigen einen verlässlichen Rahmen, um die H2-Technologie zu entwickeln und am Ende mit verbraucherfreundlichen Preisen zu implementieren. Es braucht deshalb die politische und finanzielle Unterstützung von Europäischer Union, Bund und Land. Wer ehrgeizige Klimaziele setzt, muss auch die Mittel bereitstellen, um sie zu erreichen.”

Für das neue Heizkraftwerk an der Bornaischen Straße wurde 2020 der Grundstein gelegt. “Mit dem Neubau des HKW Leipzig Süd sichern die Leipziger Stadtwerke die Energieversorgung und liefern zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele unserer Stadt”, so Jung.

Die Stadtwerke investieren im Rahmen ihres Zukunftskonzepts Fernwärme – mit dem Herzstück HKW Leipzig Süd – in den nächsten Jahren mehr als 300 Millionen Euro in den Bau neuer Anlagen. Durch die Investition in umweltfreundliche und innovative Anlagen erzielen die Stadtwerke bessere Wirkungsgrade und weniger CO2-Emissionen. Die neuen Anlagen können deshalb wirtschaftlicher betrieben werden.