Die E-Mobilität bekommt Drive: Auf Deutschlands Straßen sind mittlerweile 1,3 Millionen Elektro-Autos (Leipzig: rund 3.900) unterwegs. Sie können an rund 19.900 Schnell- und rund 81.600 Normalladepunkten mit einer Ladeleistung von insgesamt 4,5 Gigawatt aufgeladen werden. Zudem sind hierzulande rund 975.000 Wallboxen installiert beziehungsweise in Planung. Die Zahlen der Bundesnetzagentur, des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sowie des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen: Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur als Full-Service-Dienstleistung für Kommunen, Gewerbe, Wohnungswirtschaft und Privatkunden erweist sich für Versorgungsunternehmen wie die Leipziger Stadtwerke als nachhaltiges Geschäftsfeld.

High Power Charger auf dem Parkplatz der Plagwitzer Höfe.
High Power Charger auf dem Parkplatz der Plagwitzer Höfe.

Die Leipziger Stadtwerke treiben die E-Mobilität in Leipzig und der Region voran und arbeiten dabei mit regionalen Partnern zusammen. Der kommunale Energieversorger betreibt derzeit 540 öffentlich zugängliche Ladepunkte – davon mehr als 430 in Leipzig. Mehr als 5.000 Kunden nutzen derzeit das Lade-Produkt L-strom.drive. Vor allem in Quartieren nimmt das Thema E-Mobilität an Tempo zu. Auf dem Parkplatz der Plagwitzer Höfe stehen bereits drei High Power Charger (HPC) – besondere Schnellladestationen mit jeweils 180 Kilowatt Ladeleistung. Sie sind doppelt nutzbar, so dass gleichzeitig sechs E-Autos aufgeladen werden können. Drei HPC-Ladestationen stehen zudem Am Deutschen Platz 4, vier am Heizkraftwerk Leipzig Süd und eine am Paunsdorf Center. Ein Beispiel macht den technologischen Fortschritt der HPC-Ladesäulen deutlich: Einem Tesla Model 3 kann binnen 30 Minuten Ladezeit eine Reichweite von knapp 500 Kilometern aufgespielt werden.

E-Auto im Winter – das ist zu beachten

Wie schnell ein E-Auto an einer HPC-Ladesäule vollgeladen ist, hängt unter anderem vom Modell, vom Zustand der Batterie und von der Temperatur ab. Es ist kein Geheimnis: Elektroautos mögen keine Kälte. Bei tiefen Temperaturen arbeitet die Batterie träger als gewohnt, zudem zehren im Winter Zusatz-Verbraucher wie Heizung und Licht am Energievorrat. Mit ein paar Tricks lassen sich Akku-Performance und Reichweite jedoch optimieren.

Für alle Autos gilt: Bei niedrigen Temperaturen steigt der Energieverbrauch. Nach Angaben der europäischen Testinitiative Green NCAP erhöht sich bei Benzinern der Verbrauch im Winter um durchschnittlich 15 Prozent, bei Dieselfahrzeugen um durchschnittlich 24 Prozent. Ähnlich ist es bei Elektroautos. Deren Verbrauch klettert bei frostigem Wetter um zehn bis 30 Prozent, abhängig unter anderem von der Fahrstrecke, der Batteriegröße und dem Fahrstil. Was zugleich bedeutet, dass die Reichweite – genau wie bei Verbrenner-Modellen – sinkt. Dass die Reichweite von E-Autos im Winter zurückgeht, hat vor allem zwei Gründe: So wird für das Aufwärmen des Fahrzeuginnenraums und das Freihalten der Scheiben elektrische Energie benötigt. Diese Energie für Sitzheizung, Lenkradheizung oder Warmluftgebläse stammt aus dem Akku – und steht nicht mehr fürs Vorwärtskommen zur Verfügung. Außerdem muss der Akku selbst auf Betriebstemperatur gebracht werden. Die Elektrolytflüssigkeit in den Batteriezellen wird bei Kälte zäher, damit nehmen Kapazität und Leistungsfähigkeit des Akkus ab.

11 Tipps für E-Auto-Fahrer im Winter:

  • Falls möglich, sollte ein Elektroauto stets in einer Garage abgestellt werden. So lässt sich vermeiden, dass der Akku extrem auskühlt und damit bei Beginn der nächsten Fahrt auch stärker aufgeheizt werden muss.
  • Falls der Wagen an einer Ladestation angeschlossen ist, sollte die Vor- oder Standheizfunktion genutzt werden. Dann wird der Strom für das Aufheizen des Innenraums, das Enteisen der Scheiben und das Temperieren des Akkus aus dem Lade-Netz bezogen und nicht aus dem Fahrzeug-Akku. Als Faustregel gilt: Die Heizfunktionen sollten etwa 15 Minuten vor dem geplanten Fahrtbeginn starten.
  • Es klingt selbstverständlich, wird aber oft vergessen: Bei Kälte sollten die Türen beim Ein- oder Aussteigen möglichst rasch wieder geschlossen werden. Und natürlich ist es kontraproduktiv, bei eingeschalteter Autoheizung die Fenster zu öffnen.
  • Falls Sitz- und/oder Lenkradheizung vorhanden sind, sollten sie genutzt werden – sie wärmen effizienter und gezielter als die herkömmliche Heizung, die die Innenraumluft aufheizt. Das gilt vor allem für kürzere Fahrten.
  • Sofern die normale Heizung genutzt wird, sollte die Klimaanlage auf Umluft geschaltet werden, damit sich die Innenraumluft möglichst rasch aufheizt und möglichst wenig der eingesetzten Heizenergie verloren geht.
  • Um generell möglichst energiesparend unterwegs zu sein, sollte im Winter im Eco-Modus gefahren werden. In diesem Modus setzt das Drehmoment auch meist etwas sanfter ein, was vor allem beim Anfahren auf rutschigen Straßen die Fahrstabilität und damit Sicherheit verbessert.
  • Bei Glätte sollte die geringste Rekuperations-Stufe ausgewählt werden. Das klingt zunächst widersinnig, weil dann ja auch am wenigsten Energie beim Verzögern zurückgewonnen wird. Es wird aber dennoch von Experten empfohlen, weil bei starker Rekuperation die Verzögerung mitunter vehement ist, was wiederum auf rutschigen Straßen riskant werden kann, wenn der Wagen ins Schlingern kommt.
  • Empfehlenswert ist, sollte eine längere Ladezeit einkalkuliert werden. Aufgrund der Kälte laufen manche chemischen Prozesse im Akku langsamer ab, sodass die volle Ladeleistung nicht erreicht wird – das verlängert die Ladezeit. Wenn die Bordelektronik den Akku vor einem Lade-Stopp vortemperieren kann, sollte diese Option in jedem Fall genutzt werden.
  • Im Winter sollten Ladestopps idealerweise unmittelbar im Anschluss an eine längere Fahrt eingeplant werden. Dann ist die Batterie ohnehin auf Betriebstemperatur, und das Laden geht schneller und schonender vonstatten als nach einer längeren Standzeit mit ausgekühlter Batterie.
  • Besonders wichtig: Unter keinen Umständen das Licht im Winter zu spät einschalten oder auf das Gebläse verzichten und mit beschlagenen Scheiben fahren, um Strom zu sparen! Heizung, Gebläse und Scheinwerfer eines Autos verbrauchen etwa zwei bis drei kWh elektrische Energie pro Stunde  – und beeinflussen die Reichweite somit nur mäßig. Für die Verkehrssicherheit sind sie jedoch unerlässlich.
  • Wer als Vielfahrer mit einem Elektroauto unterwegs ist, sollte über eine Wärmepumpe als Ausstattungsextra nachdenken. Das Aggregat nutzt die Wärme oder Kälte der Umgebung, um mittels eines Wärmetauschers den Fahrzeuginnenraum zu heizen oder zu kühlen. Dabei benötigt auch eine Wärmepumpe elektrische Energie – jedoch weniger als eine herkömmliche Klimaanlage: So generiert eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie im Schnitt etwa drei Kilowatt Heizenergie. Allerdings lohnt sich die Technik nach Auskunft von Experten nur, wenn regelmäßig längere Fahrten zurückgelegt werden, auf denen die Wärmepumpe ihren Effizienzvorteil über Stunden ausspielen kann.