Dieser Verein sorgt immer wieder für Schlagzeilen: Der FC Blau-Weiß Leipzig. U15-Cheftrainer Tom Krause ist jüngst in der Kategorie „ehrenamtlich engagiert“ von der Leipziger Sportjugend ausgezeichnet worden. Der Lehramtsstudent ist seit 2020 dabei und hat die damalige U10 bis zur U15 begleitet und in dieser Saison aufs Großfeld geführt. Doch Krause und die U15 haben nicht nur Zug zum Tor, sondern auch Sangestalent: Im Stadion der Freundschaft stimmten sie beim Weihnachtssingen gemeinsam mit dem Posaunenchor der Taborkirche „Fröhliche Weihnacht überall“ an. Grund zum Feiern hatten die Fußballer schon vor Weihnachten: Der FC Blau-Weiß Leipzig wurde in der Kategorie „Zeichen setzen, Spuren hinterlassen“ mit dem Leipziger Zukunftspreis 2023 geehrt.

14 gute Ideen für Klimaschutz in der Bezirksliga

Der FC Blau-Weiß Leipzig hat sich nicht nur dem Fußball verschrieben, sondern auch einer nachhaltigen Vereinsentwicklung. Bis 2030 soll und will der Club klimaneutral sein und Role Model für andere Fußballvereine werden. Vorstandsmitglied Peter Schön treibt dieses Ziel maßgeblich voran. Welche Rolle dabei nachhaltige Mobilität, Energie- und Wasserversorgung spielen und was die Leipziger Gruppe mit dem ambitionierten Vorhaben zu tun hat?

Das Flutlicht vom FC Blau-Weiß soll mithilfe des Preisgeldes des Leipziger Zukunftspreises 2023 auf LED umgestellt werden.
Das Flutlicht vom FC Blau-Weiß soll mithilfe des Preisgeldes des Leipziger Zukunftspreises 2023 auf LED umgestellt werden.

Peter Schön und sein Team setzen auf alles, was wächst: Nachbarschaft, Nachwuchs und Know-how. Ihre Idee, alles miteinander im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbinden, ist mit dem Leipziger Zukunftspreis 2023 in der Kategorie „Zeichen setzen, Spuren hinterlassen“ gewürdigt worden. Das Preisgeld – 4.000 Euro – soll in die Umstellung des Flutlichts auf LED fließen. Zur Wintersaison 2024/25 soll das stromsparende Flutlicht in Betrieb gehen. „Allein dadurch werden pro Jahr rund 5.800 Kilowattstunden Strom eingespart und 2,5 Tonnen CO2 vermieden“, sagt Peter Schön.

550 Vereinsmitglieder aus 37 Nationen haben sich einer Idee verschieben, die Strahlkraft für alle Fußballvereine der Stadt haben kann: Der FC Blau-Weiß will bis 2030 klimaneutral werden. Das Bemerkenswerte: Der Club redet nicht nur, sondern handelt – schnell und ideenreich. Wie auf dem Platz, so in der Kabine, auf Auswärtsfahrten, bei der Fan-Bindung: Der ökologische Fußabdruck, den die Kicker hinlassen, soll immer kleiner werden. Ganz konkret: Auf dem Platz wird mit fair gehandelten Fußbällen gespielt. Diese Fußbälle stellt übrigens der Fußballverband der Stadt Leipzig in einer gemeinsamen Aktion der Stadt und der Leipziger Gruppe zur Verfügung. Bei Auswärtsfahrten setzt der FC Blau-Weiß Leipzig auf das E-Carsharing-Angebot von teilAuto, was nicht nur die CO2-Bilanz verbessert, sondern auch die Mobilitätskosten senkt. Vereinsmitgliedern wird das Fahrradfahren zum Stadion der Freundschaft und zur Kurt-Kresse-Kampfbahn erleichtert, indem genügend Fahrradständer und Standluftpumpen angeschafft worden sind. Zeitnah sollen alle Vereinsgeräte auf Energieklasse AAA+, die Strom- und Wärmeversorgung auf Ökostrom und Fernwärme, das Flutlicht auf LED umgestellt werden.

PV-Anlagen, Zysterne und Trainingssachen aus zweiter Hand

Moderne Kreislaufwirtschaft: Beim FC Blau-Weiß gibt es einen Fundus für Trainingssachen aus zweiter Hand.
Moderne Kreislaufwirtschaft: Beim FC Blau-Weiß gibt es einen Fundus für Trainingssachen aus zweiter Hand.

Doch nicht genug: Das neue Vereinsheim soll mit Photovoltaik und Wärmepumpe ausgestattet, die Fassaden und Dächer aller vereinseigenen Objekte begrünt, auf dem Gelände der Kurt-Kresse-Kampfbahn eine Zisterne zur Regenwassergewinnung gebaut werden. Das Wasser soll unter anderem dem Vereinsgarten mit seinen Patenschafts-Bäumen, Hochbeeten und Wildblumenwiesen zugutekommen. Nachhaltigkeit macht auch beim Equipment nicht Halt: Der FC Blau-Weiß beziehungsweise Vereinsmitglied Annett Frenzel haben einen Fundus zur Wiederverwendung von Fußballschuhen und –bekleidung aufgebaut. Second-Hand-Trainingssachen – warum nicht? Gute Ideen sind gefragt. Deshalb kooperiert der Verein auch mit dem FC St. Pauli und Union Berlin in Bezug auf faire Fanartikel und nachhaltige Sportausstattung.

Manager Peter Schön.
Manager Peter Schön.

Wissenstransfer ist dem 39 Jahre alten Geografen Peter Schön wichtig. Der FC Blau-Weiß und sein Nachhaltigkeitskonzept sollen Role Model werden – quasi eine Open Source für alle Fußballvereine der Stadt. Dafür ist Ausdauer gefragt. Die hat Peter Schön. Seit 1993 ist der passionierte Hobbyfußballer dem Verein treu. Jedes Jahr aufs neue sucht er nach neuen Ideen, das „Spiel“ um Sponsoren, Mitglieder, Nachwuchs und ehrenamtliche Helfer für den FC Blau-Weiß zu drehen – intelligent, geschickt und ausdauernd – wie ein guter Fußballer eben. So gelingt Manager Peter Schön und seinem Verein nachhaltige Entwicklung auf simple und effektive Weise: durch praktisches Tun. Peter Schön und der FC Blau-Weiß Leipzig beweisen: Das Große beginnt im Kleinen.